Durchgang völlig blockiert – «Die Leute nervten sich und haben geschrien»

ESAF-Gelände Durchgang blockiert

Am Samstag kam es nach dem letzten Gang beim ESAF gegen 18 Uhr zu verstopften Durchgängen. Die Besuchenden wollten sich vor dem Regen schützen und blieben im Trockenen «einfach» stehen, berichtet ein News-Scout. «Die Leute, die sich fortbewegen wollten, aber nicht konnten, haben sich genervt. Sie sollen mal weitergehen, haben sie geschrien», so der News-Scout. Die Situation hätte brenzlig werden können, so der Beobachtende. Denn: «Vom Sicherheitsdienst weit und breit keine Spur. Deren Job wäre es, solche Durchgänge freizuhalten, damit im Notfall keine Panik entsteht», berichtet er weiter. Es soll nur eine freiwillige junge Helferin vor Ort gewesen sein, die laut Schilderung total durchnässt, überfordert und in Tränen aufgelöst war.

«Das Ganze ging ungefähr 30 Minuten so, bevor wir aus dem Gang waren.» Wegen der Menschenmasse konnten die Personen nur in eine Richtung gehen. «Draussen begegneten wir dann zufällig einer Person, die für die Sicherheit zuständig war, die uns versicherte, sich sofort um die Situation zu kümmern. Ob sie es dann auch wirklich gemacht hat, wissen wir nicht. Sie ist auf jeden Fall in Richtung der Durchgänge gegangen», erzählt er gegenüber 20 Minuten.

«Es bestand zu keinem Zeitpunkt kritische Situation»

Thomas Ditzler ist zuständig für die Kommunikation beim ESAF und sagt zu den Schilderungen des News-Scouts: «Die Bilder zeigen Besucher, welche in den Aus- und Eingängen Schutz vor Regen suchten. Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine kritische oder unkontrollierte Situation.»
Es ist jedoch nicht der erste Vorfall, bei dem das ESAF-Gelände in Pratteln BL in der Kritik steht. Telebasel hat bereits am Samstag von einer ähnlichen Situation berichtet. Die Brücke zwischen dem Festgelände Süd und West wurde zum Nadelöhr, auf dem sich am Freitagabend die Besuchenden auf engstem Raum drängten. «Ich wollte die Stubete Gäng sehen. Aber das tue ich mir nicht an», so ein Besucher gegenüber dem Sender.

Personen mit Rollstuhl und Kinderwagen kommen schwer voran

Ditzler sagt dazu, dass die Brücke ins Areal West zu gewissen Zeitpunkten «gut bis sehr gut frequentiert» sei und Personenlenker eingesetzt würden, die auf das anfallende Personenaufkommen beidseitig der Brücke reagieren könnten. Weiterhin heisst es vonseiten des Sprechers, dass die Tatsache, dass die Brücke für Stau sorgen könnte, dem Organisationskomitee im Vorfeld bekannt gewesen sei. Die Situation entspreche den Erwartungen. Es sei genügend Personal vor Ort, um die Besucherströme jederzeit lenken zu können.
Auf Facebook sorgt die Brücke ebenfalls für Gesprächsstoff. Zwar existiere für Personen mit Rollstuhl ein alternativer Weg, dieser sei aber schlecht beschildert. Grundsätzlich sei das Gelände nicht wirklich durchdacht für Personen, die mit Rollstuhl oder Kinderwagen unterwegs sind, kritisieren viele. Nach dem Regen sei der Boden so matschig und rutschig gewesen, dass man mit dem Buggy nur noch schwer von A nach B gekommen sei. «Nach dem Regen ging es nur noch auf dem Asphalt. Dort war es aber ziemlich mühsam wegen des Gedränges», schreibt eine Mutter.

Sicherheitschef trat wegen Bedenken zurück

Bereits im Vorfeld des ESAF in Pratteln gab es Bedenken aufgrund des Sicherheitskonzepts. Der Sicherheitschef trat im April wegen Bedenken zurück. Im südlichen Teil des Festgeländes in Pratteln würden Fluchtwege für rund 2000 Menschen fehlen, bemängelte er. Die Organisatoren widersprachen der Kritik vehement.

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