Die Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft befindet sich mitten in der digitalen
Transformation. Unternehmen und deren Mitarbeitende sind in jeder Hinsicht
gefordert, denn: diese Umgestaltung muss rasch und entlang der ganzen
Wertschöpfungskette passieren. Durchgängige Prozesse, einheitliche Datenmodelle,
funktionierende Schnittstellen, übergreifende Kollaborationen sollen zu höherer
Produktivität, mehr Effektivität und zu besserer Qualität führen. Ein ambitiöses
Vorhaben, von dem die Branche schon lange weiss, das aber noch ein gutes
Wegstück von der Umsetzung, dem Tun, entfernt ist. Gebaut wird heute noch häufig
wie vor 100 Jahren. Während viele andere Sektoren durch die Digitalisierung
deutlich produktiver geworden sind, hinkt die Bau- und Immobilienwirtschaft mit
jährlich nur rund 1% Produktivitätszuwachs in den vergangenen zwei Jahrzehnten
deutlich hinterher. Die neue Dynamik wird Auswirkungen weit über die Branche
hinaus haben, denn mit rund 15 % des Bruttoinlandproduktes ist sie ein zentraler
Wirtschaftsfaktor in der Schweiz und beeinflusst viele andere Sektoren. Eine
produktivere Bau- und Immobilienwirtschaft ist deshalb auch gesamtgesellschaftlich
mehr als sinnvoll.
Bauen digital Schweiz / buildingSMART Switzerland (BdCH / bSCH) hat als Verband
das Ziel, die Aufgaben und Herausforderungen der digitalen Bau- und
Immobilienwirtschaft auf den Boden zu bringen, indem Organisationen und
Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette vernetzt werden und
zusammenarbeiten. Dies soll eine durchgängige Kooperation aller Beteiligten über
den Lebenszyklus eines Bauwerks hinweg sicherstellen. Um dies zu ermöglichen,
werden einerseits Vernetzungsaktivitäten angeboten und anderseits praxistaugliche
Instrumente erarbeitet, die von allen Akteurinnen und Akteuren der Bau- und
Immobilienwirtschaft genutzt werden können. Dazu gehören als wichtigste
Massnahmen:
–
Events stellen den Wissenstransfer und den Erfahrungsaustausch unter den
Mitgliedern sicher.
–
Publikationen, die grundsätzliche Themen wie Strategie, Organisation oder
Recht aufgreifen, Orientierungshilfen bieten oder Best Practice Ansätze
abbilden.
–
Use Case Management» (UCM): Führt die BIM Erfahrungen aus bereits
realisierten oder laufenden Projekten zusammen. Dabei werden
Bauen digital Schweiz
Anwendungsfälle über die gesamte Wertschöpfungskette – Bestellung und
Beschaffung, Planung, Erstellung und Zulieferung, Bewirtschaftung und
Nutzung sowie Rückbau – mit einbezogen. Die Use Cases definieren, wer
welche Informationen zu welchem Zeitpunkt in welchem Format und in
welchem Detaillierungsgrad zur Verfügung stellt, um ein bestimmtes
Ergebnis zu erreichen. Seit diesem ist das «Use Case Management» nun ein
globaler Service von «buildingSMART International» und direkt in deren
Angebote eingebettet: https://ucm.buildingsmart.org/. Damit wird das «Use
Case Management» zu einem zentralen Instrument für die ganze Bau- und
Immobilien-Welt.
–
Rooms: Sie bilden die Basis für den gemeinsamen Transformationsprozess
zusammen mit und zwischen den Mitgliedern. Die buildingSMART
Switzerland Rooms spiegeln sich an den Rooms von buildingSMART
International, sodass ein optimaler Informationsaustausch zwischen den
nationalen und den internationalen Gremien sichergestellt wird.
–
Professional Certification Programm: Unterstützt Schulungsanbieter: innen bei
der Bereitstellung international standardisierter und anerkannter
Weiterbildungsangebote. BdCH / bSCH führt selbst keine Schulungen und
Kurs durch, sondern definiert Lernergebnisse und regelt die Zulassung von
Trainingsanbietern sowie die Prüfung und Qualifizierung von Einzelpersonen.
In der Schweiz führen über 20 Anbieter Schulungen durch, rund 1’500
Personen wurden bisher zertifiziert.
Bauen digital Schweiz / buildingSMART Switzerland will die Digitalisierung der Bau-
und Immobilienwirtschaft in der Schweiz beschleunigen. Digitale Technologien
müssen zukünftig grossflächig eingesetzt bzw. erprobt werden und schliesslich zu
Standards und Normen führen, die die Branche insgesamt weiterbringen. Ein Blick
über die Landesgrenzen hinaus ist dabei durchaus sinnvoll, daher setzen wir neben
der nationalen Vernetzung auf internationale Kooperation. Dabei muss eines immer
klar sein: die Digitalisierung der Bau- und Immobilienwirtschaft ist nicht
ausschliesslich eine Frage der Technologie, sondern vor allem das Resultat der
richtigen Strategie und der passenden Organisation.



